Hier eine kleine Liste der Bücher, die mich am tiefsten beeindruckt haben:

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Lisa-Marie Dickreiter

Vom Atmen unter Wasser

 

Im Rahmen meines Studiums habe ich schon viele Textauszüge gelesen. Doch ein Auszug aus diesem Buch war der Einzige, bei dem ich dachte: Ich muss dieses Buch lesen! Und es hat mich nicht enttäuscht.

 

Die Geschichte um eine kleine Familie, deren Tochter ein Jahr vor dem Beginn der Handlung ermordet worden war, kommt auf leisen Sohlen daher. Keine spannungsgelandene Action, keine krassen Wendungen. Doch gerade diese ruhige Erzählweise, die brillianten Dialoge und die kleinen, lebensnahen Verwicklungen, in die sich die drei Hauptakteure verstricken, erzeugen eine unglaubliche Intimität.  All das lässt tief in die Seelen blicken und in sehr menschliche Abgründe schauen.

Auch sprachlich ist es wunderbar gestaltet. Rundum ein besonderes Buch.


Arundhati Roy

Der Gott der kleinen Dinge

 

Mit diesem Buch habe ich gerungen. Ich liebte spontan, wie es mich nach Indien entführte, mitten hinein in eine Welt, die ganz anders tickt, als meine eigene. Ich liebte die Sprachbilder, die verschlungenen Pfade, die der Text geht, die Andeutungen einer längst real gewordenen Gefahr, die sich über viele, viele Seiten hinzogen. Und ich verwünschte das alles zugleich, weil die Autorin einfach nicht zum Punkt kam.

 

Doch ich habe weiter gelesen, denn ich wollte trotz meines Ärgers wissen, welches schreckliche Geheimnis am Ende warten mochte. Und was soll ich sagen: es hat sich gelohnt. Diese Geschichte ist lange in mir nachgehallt, ich habe lange dieses erbarmungslose Ende mit mir herumgetragen. Es hat mich tief berührt.


Nikos Kazantzakis

Alexis Sorbas


Das Buch ist ein Klassiker - und das auch zu Recht: Die Figur Alexis Sorbas ist eine sehr eigentümliche, schräge und in ihrer einfachen Weltsicht liebenswerte. Das Buch lebt zum größten Teil von Sorbas Eigenheiten und seinen Erinnerungen an ein langes, aber nie langweiliges Leben als vielseitig begabter Vagabund. Einfach ein liebenswerter Kauz, dessen Charme man sich nicht entziehen kann.


Alexej Slapovsky

Der heilige Nachbar

 

Das Buch ist mir auf einem Wühltisch begegnet und ich habe es gekauft, obwohl der Einband schreiend pink ist und eine strahlende Jesusfigur zeigt. Oder grade deswegen?

Es geht um einen jungen Russen, der von seinem alten Nachbarn irrtümlich für Jesus Christus gehalten wird. Zunächst ist sich der Protagonist sicher, dass der Alte eine Meise hat und nicht umgekehrt. Doch im Lauf der Geschichte weiß er nicht mehr, was nun stimmt und was nicht und muss sich mit allerlei Problemen herum schlagen, die man als auserwählter Erlöser so hat.

Das Buch schafft den Schritt ins Surreale mit lockerem Witz und einem erfrischend eigenen Blick auf die Welt. 

 

Slapovskys Bücher sind nur noch gebraucht zu bekommen, mal danach zu stöbern lohnt sich.


Michael Ende

Die unendliche Geschichte

 

Von dieser Geschichte hat sicher jeder schon einmal gehört oder sie vor langer Zeit in der Film-Version gesehen. Sie zu lesen lohnt sich immer noch. Der heute aus der Mode gekommene Erzählstil ist etwas ungewohnt, doch die unendliche Geschichte ist ein überwältigendes Pledoyer für die Fantasie und alles Kindliche im Menschen. Ein wunderbares Buch, um die verschüttete Sehnsucht nach phantasischen Begebenheiten aufs Neue zu entfachen.


Nele Neuhaus

Unter Haien


Unter Haien ist Nele Neuhaus erster Roman und spielt in der verschlungenen und mitunter gefährlichen Finanzwelt New Yorks. Die junge Investmentbankerin hat sich hoch gearbeitet, knüpft Kontakte und landet plötzlich inmitten zwielichtiger Geschäfte und skrupellosen Machthabern.

Sehr spannend geschrieben und glaubwürdig erzählt - wie die anderen Romane der Autorin.


Carlos Ruiz Zafón

Der Schatten des Windes


Wahrscheinlich das Musterbeispiel eines Romans, der seine Leser in eine völlig fremde Welt mitnimmt und nicht wieder auslässt, bevor die letzte Seite ratzeputz leer gelesen ist.

Der Autor lässt das Barcelona vergangener Tage erleben, lässt mit seinen Figuren mitfiebern und fassungslos dabei stehen, wenn er seine Geheimnisse so nach und nach enthüllt.

 

Zafón kommt mir mit seiner Art zu erzählen sehr entgegen, denn auch er vermischt "echtes Leben" mit mystischen Anteilen. Der Schatten des Windes ist für mich mit Abstand sein bestes Buch, wenn auch bestimmt kein Geheimtipp.


Rana Dasgrupta

Die geschenkte Nacht


Das Buch beinhaltet eine Serie von 13 kürzeren Geschichten, die einen gemeinsamen Anknüpfungspunkt haben: 13 Menschen sind mitten in der Nacht an einem kleinen Flughafen gestrandet und müssen sich die Zeit vertreiben, ehe sie weiter reisen können. Also erzählen sie einander Geschichten. Und so unterschiedlich die Menschen und ihre sozialen Hintergründe sind, so unterschiedlich sind die Geschichten, die sie zu erzählen haben.

Allesamt sind sie gut erzählt, so dass man sich hinein träumen kann. Teilweise phantastische Geschichten, teilweise absurd oder futuristisch - jede für sich besonders.


Anne Rice

Interview mit einem Vampir


Das Buch meiner Jugend (obwohl es damals auch nicht mehr ganz neu war).

 

Eine romantische Geschichte um drei Vampire in New Orleans, die vor guten 200 Jahren ihren Anfang nimmt und in die Gegenwart reicht. Anne Rice versteht es, den Leser ohne Umschweife in ihren Roman hinein zu ziehen und ihm die Existenz von Vampiren so glaubwürdig zu machen, das er nachts am Fenster stehen und drauf warten kann, dass einer vorbei kommt.

 

Es gibt inzwischen unzählige Folgebände, die die Erlebnisse weiterer Vampire zu früheren Zeiten beleuchten und das Netz um ihre Entstehung bis zum alten Ägypten und in die keltischen Haine vorchristlicher Zeit spannen. Auch die sind wunderbar zu lesen, aber für mich gab es immer nur das Eine, das mich am tiefsten beeindruckt hat.

 


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