Wege durchs Schreib-Labyrinth

Viele Wege führen zu einem guten Text. Einige davon zu kennen, hilft, den eigenen zu finden. 

Nach meiner Erfahrung bringt es wenig, sklavisch nach Mustern und Empfehlungen vorzugehen, viel wichtiger ist es, auszuprobieren, was am besten funktioniert.

 

Ich persönlich halte es so:

Wenn das Schreiben Spaß macht und leicht von der Hand geht, hat man fürs Erste viel richtig gemacht. Viele Kniffe und Hintergründe eröffnen sich mir erst, wenn ich schreibend einen Teil des Weges gegangen bin, immer im Vertrauen darauf, die richtigen Antworten und rechten Zeit zu finden. Bei längeren Projekten plane ich grob, lasse mir aber Raum für Überraschungen. Später zerbreche ich mir dann den Kopf um richtige Satzstellungen und besser passende Worte.

Aber das ist nur meine eigene Vorgehensweise.

 

Hier findet ihr eine Liste von Literatur, Software und Links, die mir persönlich im Schreiballtag helfen. Vielleicht helfen sie auch dir.

Bücher rund ums Schreiben:

Der Weg des Künstlers - Julia Cameron

Hier geht es nicht in erster Linie ums Schreiben, sondern um jede erdenkliche Art von Kunst, für die ein Mensch sich begeistern kann. Der Ratgeber ist in 12 Wochen-Abschnitte gegliedert, es gibt viele Übungsaufgaben, sowie die Aufforderung, sich mit täglichen Morgenseiten und wöchentlichen Künstlertreffs kreativ weiterzuentwickeln. Das klingt nach Arbeit.

 

Es ist auch Arbeit. Aber eine, die alte Vorbehalte und Befürchtungen sprengt und den geistigen Weg zum kreativen Wachstum frei macht.

 

Stellenweise klingt das Buch esoterisch, aber man muss es nicht "glauben". Es reicht, ganz praktische Übungen zu machen und die Veränderungen zuzulassen.

 

Mir hat dieses Buch sehr geholfen und ich nehme es immer wieder zur Hand!


Das Leben und das Schreiben - Stephen King

Schon der Titel macht es deutlich: Leben und Schreiben gehören zusammen. 

 

Auch wenn es um fiktive Geschichten und Figuren geht, spielt die Persönlichkeit und die Erfahrung des Autors eine große Rolle und so gewährt Stephen King ebenso humorvolle wie drastische Einblicke in seine Vergangenheit.

 

Er zeigt, wie er zum Schreiben gekommen ist, mit welchen - nicht geringen - Schwierigkeiten er zu kämpfen hatte und wie er zu seinen Geschichten kommt.

 

Mir hat die Lektüre Mut gemacht, trotz Rückschlägen weiter zu machen und meinen eigenen Schreib-Weg zu gehen, egal, was andere als den "richtigen" Weg proklamieren.

 

 


Die Heldenreise ins Herz des Autors - Ulrike Dietmann

Dass Geschichten in der Regel nach dem Muster einer Heldenreise aufgebaut sind, hat sich sicher bereits herumgesprochen. In diesem Buch aber, nimmt Frau Dietmann den Leser an die Hand, sich selbst auf diese Reise zu machen und aus den Erfahrungen zu lernen.

 

Ein Buch, das zum Üben und Eintauchen in die eigene Autorenseele anleitet.


Suspense - Patricia Highsmith

Auch dieses Büchlein ist mindestens zur Hälfte Biografie und es spart mit konkreten Anwendungstipps zum Schreiben, aber ehrlich gesagt: mir hilft das sehr.

 

Frau Highsmith erzählt von den Höhen und Tiefen ihrer Arbeit, von ihrer Einsamkeit - und nebenbei ist sie Autorin vieler Bücher, deren Titel noch Jahrzehnte später viele kennen. "Der talentierte Mr. Ripley" zum Beispiel, oder "zwei Fremde im Zug".

 

Das Buch vermittelt eine Vorstellung davon, dass auch Autoren nur Menschen sind. Nur eben welche, die schreiben. Das holt die Autorenwelt zurück auf die Erde und läd ein, dazuzugehören. Auch wenn die ersten Versuche keiner lesen will und die zweiten auch nicht.


Über das Schreiben - Sol Stein

Eines der Standardwerke für Schriftsteller-Regale. Auch dieses Buch von jemanden, der es wissen muss. Sol Stein ist selbst Autor, Lektor und Schreiblehrer. Also nicht nur Ratgeber-Autor, wie viele andere, die bereitwillig Anleitungen verkaufen.

 

Ein sehr umfangreiches Werk, das Hilfestellung für verschiedenste Bereiche des Textens bietet.

 

Keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, dafür eine große Sammlung von Denkanstößen und Vorschlägen, wie man zu besseren Ergebnissen kommt.