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Der Beginn einer Mammutaufgabe

Am Anfang stand der große Traum, eines Tages doch noch die Schriftstellerin zu sein, die ich schon so lange werden wollte. Also griff ich eines Tages zu Papier und Stift, später zum Laptop und tat was zu tun war: Ich schrieb mal eben einen Roman.


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Näschenweis ist online!

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Ich bin dann mal umgezogen ...

Überlegt haben wir schon richtig lange, ob wir nicht vielleicht doch aus München wegziehen sollen. Irgendwo hin, wo es weniger voll, weniger laut, weniger teuer ist. Mit weniger Feinstaub und mehr Natur. Irgendwo hin, wo wir richtig Platz für uns haben.

Und eigentlich wollen ja viele gerne raus aus München. Aber jetzt ernsthaft, wer macht das schon wirklich?


Na klar - die Pelkas.

Noch kurz vor dem Sommerurlaub gabs eine Einladung zum Vorstellungsgespräch in Heidelberg, im Urlaub die telefonische Zusage. Und dann ging es rund.

Pläne machen, tausend Dinge organisieren, doch alles hing noch in der Schwebe, bis endlich der Vertrag unterschrieben war. Erst dann konnte alles festgezurrt werden, die alte Wohnung gekündigt, eine neue gesucht, den lieben Kollegen lebwohl gesagt werden.

 

Dieser Sommer war richtig krass und er ist in Windeseile an den Autofenstern vorbeigeflogen.

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Noch 9 mal schlafen!

 

Jetzt gibt es kein Zurück mehr: die Fahrkarten sind gekauft, die Verbindungen liegen bereit.

 

In 9 Tagen steht die Verleihung des Putlitzerpreises an.

 

 


Vor mir liegt eine laaaange Fahrt von München nach Ludwigslust, wo ich am Nachmittag eintreffen werde. Am Abend dann die Lesung der Siegertexte und die feierliche Verleihung der Preise.

 

Ich bin immer vor solchen Fahrten tierisch aufgeregt - wer weiß, ob der Zug pünktlich ankommt, ob ich den Anschlusszug erwische? Na ja, normalerweise geht ja alles glatt. Aber was, wenn nicht?

 

Und ja, ich bin natürlich auch ein ganz kleines bisschen neugierig, welchen Preis ich mit nach Hause bringen darf...

 

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Mein Roman hat ein Gesicht!

 

 

Diesen Herbst soll mein erster "richtiger" Roman das Licht der Buchhandelswelt erblicken. Viel ist bis dahin noch zu tun und eigentlich wäre das Cover noch gar nicht an der Reihe gewesen.

Aber es hat sich vorgedrängt. Was will man dagegen schon machen ;-)

 

 


Neugierig, was sich hinter diesem Cover verbergen wird?

 

So viel verrate ich schon mal: Es geht um eine ungewöhnliche Liebe, um schönen Schein und unser liebenswertes Land, in dem nicht immer alles so ist, wie es scheint. Seine Bewohner in Gut und Böse trennen? Unmöglich. Menschen haben viele Facetten, schlagen sich mit persönlichen Dämonen herum und tun oft in bester Absicht die dümmsten Dinge ... und am Ende wollen wir doch alle nur eins: Leben und lieben, so wie wir sind.

 

Das wird eine spannende, vielschichtige Reise!

 

Jetzt dieses Bild vor Augen zu haben, macht es für mich gleich um einiges greifbarer, dass aus dem vielen, vielen Text eines Tages ein richtiges Buch werden wird. Bisher war das doch eher eine abstrakte Vorstellung. Mich motiviert dieses Bild sehr, mein Bestes zu geben um dem Cover inhaltlich auch gerecht zu werden.

 

Ich bin gespannt, wie ihr das Buch finden werdet!

 

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"Heimchen am Schwert" auf der Shortlist!

 

 

Unglaublich, aber wahr: Die Anthologie, die meine Geschichte "Die geraubten Lilien" enthält, könnte den Deutschen Phantastikpreis gewinnen.
Wer mag, kann mit abstimmen und Karten für die Phantastika im September gewinnen!


Dass die bisher nur als eBook erschienene Anthologie "Heimchen am Schwert" vom Verlag ohne Ohren auf die Shortlist des Deuschen Phantastik-Preises gekommen ist, fühlt sich schon fast an, wie ein Ritterschlag.

 

Dabei ist ja nur eine Geschichte darin von mir. Aber ich freue mich riesig, über diese phänomenale Platzierung!

 

Bis zum 15. Juni haben Phantastik-Begeisterte noch Gelegenheit, sich an der Abstimmung zu beteiligen und so ihrem Favoriten zum begehrten Phantastik-Preis in einer der vielen Kategorien zu verhelfen.

 

Nebenbei: es gibt 5 x 2 Karten für die Phantsatika zu gewinnen, die am 2. und 3. September in Oberhausen stattfindet - und einen großartigen Rahmen für die Preisverleihung gibt.

 

Mitmachen lohnt sich also!

 

Hier gehts direkt zur Abstimmung.

 

Unschlüssig, welches Buch einen Preis verdient? Dann geht es hier entlang zur Vorstellung der Nominierten.

 

Aber das Beste habe ich für den Schluss aufgehoben: "Heimchen am Schwert", die Antholgoie, die mit wehrhaften, phantastischen Frauen aller Art aufwartet, wird es bis zum Herbst auch als Printausgabe geben.

 

Dann kann ich endlich meinen Pappkameraden vom Bücherregal nehmen und ein richtiges Buch darauf stellen ;-) Irgendwie bin ich immer noch ein großer Freund "echter" Bücher, da bin ich einfach altmodisch...

 

Mehr Infos zur Anthologie bei den Kurzgeschichten.

 

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Geschichten schreiben kann ja jeder! - Heute binde ich mal eine

Was macht man, wenn man unbedingt ganz dringend das ultimativen Geburtstagsgeschenk für einen besonderen Menschen braucht - und der wünscht sich einen schnöden Pfannenwender?

 

Na ja, man kauft den Pfannenwender. Und wenn man nebenbei noch etwas Fantasie mitbringt, entsteht auch schnell eine passende Geschichte rund um dieses magische Kücheninstrument.

 

Und dann? Na: ausdrucken und losbasteln!

 

 


Versuch und Irrtum ...

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Putlitz ruft!

 

Na, schon mal einen Anruf von Karen Lark persönlich bekommen?

Und vielleicht noch einen, in dem sie dich einläd, zur Preisverleihung des legendären Putlitzer Preises der 42er-Autoren zu kommen?

 

 


Als ich den abendlichen Anruf einer unbekannten Nummer vom anderen Ende des schönen Allemanie entgegennahm, war ich erst überrascht, dann ungläbig, dann einfach nur glücklich.

 

Mein Text "Für immer Julia" hat es unter die ersten drei Plätze geschafft und es ist mir eine große Ehre, zur Verleihung, bei der die Reihenfolge der Sieger bekanntgegeben wird, live und in Farbe anwesend zu sein.

 

Am 10. Juni ist es soweit und ich freue mich sehr, den kleinen Ort Putlitz in Brandenburg und die 42er-Autoren kennenzulernen. Und natürlich bin ich auch gespannt, welchen Platz meine Geschichte ergattert hat - eins, zwei oder drei?

 

Mitfiebern und Daumendrücken sind ausdrücklich erwünscht ;-)

 

Aber weißt du was? Ich bin einfach happy, rundum glücklich dankbar um diese tolle Gelegenheit neue Menschen und Orte kennenzulernen.

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Jetzt: Autorenwoche bei Manu´s Bücherregal

Diese Woche wird mir dir große Ehre zuteil, auf Manu´s Bücherregal bei der allerersten Autorenwoche vorgestellt zu werden. Ich freue mich riesig darüber und hatte viel Spaß daran, Manuelas Fragen zu beantworten. Auch, wenn ich mir teilweise schon ganz schon Gedanken machen musste.

 

Zum Beispiel bei der Frage: Was ist dein Lebensmotto? Habe ich sowas überhaupt? Sollte ich eines haben?

 

Heute gibt es nun die ersten beiden Fragen und natürlich meine Antworten auf Manus Blog und auf ihrer Facebookseite online. Bis zum 5. Februar folgen jeden Tag zwei neue Interview-Häppchen und zum Schluss wartet ein Gewinnspiel auf alle, die gerne mitmachen wollen.

 

Was es zu gewinnen gibt und wie man mitmachen kann?

Einfach fleißig Autorenwoche gucken! Soll ja auch ein bisschen spannend sein, oder?

 

Klick doch mal vorbei:

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"Jakobs Weg" in der neuen Anthologie von Clue Writing!

Mannomann! Sarah und Rahel von Clue Writing haben es diesmal richtig, richtig spannend gemacht bei er Verkündigung der glücklichen Anthologie-Teilnehmer! Und Spannung mag ich nur, wenn ich sie selbst produziere...

 

Dann endlich: das lange ersehnte Video zu Gewinnerverkündung ist online, es werden viele Namen aufgezählt. Meiner nicht. Er kommt einfach nicht! Bis dann bei Minute 5:04 endlich die Durchsage kommt: "Jakobs Weg von Karin Pelka!" Halleluja!

 

Ich freue mich sehr, in die neue Anthologie "Schmerzlos" von Clue Writing in Zusammenarbeit mit dem Verlag 3.0 aufgenommen worden zu sein. Letztes Jahr hatte ich die Ehre, schon eine Geschichte für "Kurz" beizusteuern und mir waren Sarah und Rahel sofort total symphatisch.

 

Eigentlich hatte ich im letzten Jahr ziemlich viel mit meinen eigenen, längeren Projekten zu tun: Die Erstfassung und eine Überarbeitungsrunde für "Scheinschön", die Generalüberholung von und Veröffentlichung von "Geheimnisblind", dann noch "Rosina und die Fee", die ich noch im Dezember veröffenltichen konnte... Da habe ich viele Ausschreibungen an mir vorübergehen lassen. Aber die von Clue Writing? Unmöglich, da wollte ich unbedingt wieder dabei sein!

 

Und es hat geklappt!

 

Schau doch mal bei Clue Writing vorbei: da findet ihr eine Menge Geschichten zum online-Lesen, dazu Geschichten per Podcast auf die Ohren und viele tolle Videos im eigenen Youtube-Channel. Langeweile kommt da auf keinen Fall auf!

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Nebenbei werde ich langsam noch Portrait-Profi

Die nächste Privat-Lesung von Sabine Siebert und mir steht an und diesmal habe ich mir für die Einladung etwas Besonderes einfallen lassen:

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"Rosina und die Fee" bei Franzy liest und lebt

4 von 5 Sterne für Rosina

 

Schon wenige Tage, nachdem das Büchlein in Franzys Briefkasten angekommen war, hatte sie es gelesen - und auch gleich eine ausführliche Bewertung formuliert. Das Wechselspiel auf Fantasy und realen Handlungpassagen hat ihr gut gefallen, sie fand das Buch spannend und hat ihm am Ende 4 Sterne geschenkt.

 

Herzlichen Dank an Franzy fürs Lesen, fürs Bewerten und für das Feedback, das mir auch für meine weiteren Bücher weiterhilft!

 

Die vollständige Rezension zu Rosina findet ihr direkt hier.

 

Jetzt wurde ich schon zum zweiten Mal nach einer Fortsetzung für Rosina und die Fee gefragt. Bleibt mir wohl nichts übrig, als eine zu schreiben ... nachdem ich mein Mamut-Projekt fertig habe.

Schaut doch auch mal auf Franzys Blog vorbei: sie hat wahnsinnig viele Bücher gelesen und präsentiert sie sehr appetitlich auf ihrem Blog. Dort zu stöbern macht richtig Spaß, könnte aber auch zum Kauf des einen oder anderen Buches verleiten ... ;-)

 

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"Rosina und die Fee" auf Manus Bücherregal

10 von 10 Punkten für Rosina - ich kanns noch gar nicht glauben!

 

Kennt ihr Manus Bücherregal? Wenn nicht, solltet ihr unbedingt dort vorbeisurfen. Die sympathische Manuela Pfleger liest für ihr Leben gern und teilt ihre Begeisterung für gute Bücher gerne mit euch. Ihren Blog hat sie erst im Dezember ins Leben gerufen, aber schon jetzt gibt es viele Rezensionen und Büchervorstellungen zu entdecken.

 

Weil ich Manuela und ihren jungen Blog so liebenswert finde, freue ich mich ganz besonders, dass ihr mein Buch "Rosina und die Fee" gut gefallen hat. Zwar ist das Schreiben von Geschichten, die wie von zauberhand aus den Fingern fließen, schon eine Tätigkeit, die unblaublich viel zurück gibt, aber erst wenn diese Geschichten auch Lesern ein paar schöne Stunden schenken, dann haben sie ihren Zweck erfüllt.Schließlich tippt man ja nicht die Nächte durch, um am nächsten Morgen müde zu sein, sondern um andere an der Magie der Geschichten teilhaben zu lassen.

 

Die vollständige Rezension zu Rosina findet ihr direkt hier.

 

Das positive Feedback motiviert mich natürlich, fleißig an meinem nächsten Werk weiter zu werkeln - und genau das mache ich jetzt!

Manus Bücherregal freut sich auch über euren Besuch auf Facebook!

 

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"Scheinschön" sagt Hallo!

Es ist soweit. Das neue Jahr ist erst ein paar Tage alt, aber ich habe die Ferien genutzt und mir für meinen ersten richtigen Roman etwas einfallen lassen. Natürlich ist es nicht bei Überlegungen geblieben, sondern ich habe mich tatkräftig ans Gestalten gemacht.

 

An "Scheinschön" arbeite ich schon seit über einem Jahr - mit langen Ruhepausen für den Text, in denen ich mich anderen Projekten gewidmet habe. Doch nun ist es soweit, dass ich Teile meiner Arbeit am Roman, die Hintertgründe, Recherchen und erste Einblicke in meine Figuren mit euch teilen möchte. Und zwar auf einem eigenen Blog.

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Zurück im prallen Leben - Kurzgeschichte

 Durch ein hohes Portal trat Peter in die Halle und atmete den Geschmack von echtem Leben. Auf der Brust das frische, perfekt gebügelte Hemd, die goldenen Manschettenknöpfe angelegt. Einen Hauch von Leder und Bienenwachs verströmten die eleganten Schuhe, im Haar dezent Pomade und auf dem rasierten Körper ein paar Spritzer vom teuren Eau de Toilette. Wie lange hatte er nicht mehr genossen, wozu er geboren war.


Feierlich durchmaß er die Eingangshalle, registrierte wohlwollend die neugierigen Blicke der Damen und die abschätzigen der Herren. Die schwere Uhr am Gelenk versicherte ihm, dass er früh genug erschienen war. Eine Dame durfte nicht warten. Ob er sie nach dem Foto auf der Website erkannte?


Er nannte seinen Namen, erntete eine kleine Verbeugung des Kellners und folgte ihm zu dem Tisch, den er reserviert hatte. In der Nähe des Springbrunnens gelegen, doch so abgeschieden, dass nichts den guten Eindruck trüben konnte, den diese Sophie von ihm gewinnen würde.
»Die Dame ist bereits hier«, sagte der Kellner und wies auf den Tisch.
Tatsächlich, ein junges Ding saß dort. Aufwändig zurechtgemacht und teuer gekleidet. Die Frau auf dem Bild. Etwas an ihrem Blick irritierte ihn.
Er verbeugte sich, nahm ihre Hand entgegen und hauchte in alter Manier einen Kuss über den Handrücken. Sie schauderte und zog die Hand zurück.
Der Kellner wartete stumm, bis er saß, fragte nach dem Aperitif und Peter bestellte.
Ihre tiefen Augen ruhten auf ihm.


»Ich hoffe sehr, du hast Appetit mitgebracht. Die Hummer sind ausgezeichnet«, sagt er.
»Tatsächlich? Das klingt sehr verlockend.«
Sie lächelte ein ausgesprochen hintergründiges Lächeln, versteckte dann die untere Hälfte ihres Gesichts hinter der Speisekarte. Strahlende, wache Augen zwinkerten ihm zu.
Peter zupfte an den Manschettenknöpfen und lüftete den Kragen. Als sie den Blick auf die Karte senkte, flaute die Hitze ein wenig ab.
»Dann bist du öfter hier?«, fragte sie nach einer Weile.
»Oh ja, es ist eines meiner Lieblingsrestaurants. Und du?«
»Ich bin meist im Diamont Castle, auch sehr zu empfehlen.«
»Davon habe ich bisher nur Gutes gehört. Vielleicht nimmst du mich einmal dorthin mit?«
»Wer weiß?«
Sie bestellten Hummer und tranken den Aperitif aus hohen, hauchdünnen Gläsern. Ja, genauso musste es sein. Wieder betrachtete sie ihn ein wenig zu lang und ein wenig zu unverschämt über den Glasrand hinweg.
»Wie herrliche Augen du hast«, sagte er. Reine Notwehr.
Sie schlug den Blick nieder und auf ihre Wangen kroch eine tiefe, fleckige Röte, die ihn noch mehr ins Schwimmen brachte.


»Entschuldige«, murmelte er. »Erzähle mir von dir, was machst du? Wohin verreist du am liebsten?«
Die Röte rutschte von den Wangen hinab auf den Hals. Sie lächelte.
»Ich besuche einen Design-Kurs. Wenn ich ihn abgeschlossen habe, möchte ich Handtaschen und Schmuck entwerfen. Es ist nur nicht so einfach, Kontakte zu knüpfen.«
»Das klingt ausgesprochen interessant. Leider fällt mir niemand ein, der dir behilflich sein könnte. Aber ich höre mich gerne um.«
»Und du?«
»Ach, überhaupt nicht spannend. Aktien. Zahlen auf einem Bildschirm, weiter nichts. Für das Künstlerische fehlt mir leider jedes Geschick. Umsomehr bewundere ich andere dafür.«
Peter wagte einen neuen Blick in ihre Augen. Wieder kroch die Röte durch ihr Gesicht.
Er versuchte sich zu erinnern, ob er schon einmal eine Dame in derartige Verlegenheit gebracht hatte. Bestimmt nicht, während er gesittet mit ihr speiste und anständigen Smalltalk pflegte. Sicherlich hatten die meisten eine ähnliche Gesichtsfarbe angenommen, nachdem er gegangen war, ohne sich zu verabschieden. Nur sah er das nie.
»Ich fühle mich dazu berufen. Klingt ziemlich bescheuert, was?«, sagte sie.
»Kein bisschen. Ich kenne das Gefühl«, sagte er.


Der Hummer kam und Peter nahm das knallrote Ding fachmännisch auseinander. Sophies Geschicklichkeit beeindruckte ihn.
»Weißt du«, sagte er, als er einige Gabeln voll Hummerfleisch verspeist hatte. »Ich glaube, jeder ist zu etwas berufen. Bei mir sind es eben die Aktien. Ich hatte früh das Gefühl, die Gesetze des Marktes wären mir in die Wiege gelegt.« Immerhin lag das nah genug an der Wahrheit.
»Ach?«
»Das klingt richtig bescheuert, was?«
»Kein bisschen!«
Sie lachte. Ein freies, junges Lachen und sie vergaß offensichtlich, dass noch Hummer in ihrem Mund herumsprang.
Peter lachte mit. Hier und da huschte ein irritierter Blick in ihre Richtung. Herrlich.
»Sophie, ich habe mich lange nicht so wohl in weiblicher Gesellschaft gefühlt«, sagte er. Und das stimmte tatsächlich.
Diesmal glühte sie nicht, schlug nicht die Augen nieder, sie begann auch nicht mit vollem Mund zu lachen, obwohl ihm das am meisten imponiert hätte. Sie schaute einfach zurück, so lang, bis Peter nicht mehr wusste, ob er außerhalb ihrer Augen noch existieren konnte. Er hatte schon vielen Frauen schöne Dinge gesagt und ähnlich durchschlagende Erfolge damit erzielt. Und nichts davon ernst gemeint.


»Ja«, sagte sie schließlich.
Peter schaute auf seinen Teller.
Sie sagte ihm nicht die ganze Wahrheit. In ihren Augen lag etwas so aufrichtig Geheimnisvolles, dass er den Rest seines Lebens hätte hineinstarren mögen.
Wenn sie sich unter anderen Umständen begegnet wären, ja. Wenn er Geld dabei hätte - oder genug auf dem Konto um mit der EC-Karte zu bezahlen. Eine Kreditkarte bekam er ja nicht, solange das Insolvenzverfahren lief. An diesem Abend tat ihm das zum ersten Mal weh.
Sophie aß mit gesundem Appetit, ganz anders als die meisten Damen. Sie lächelte, schaute, schaute weg, wenn er zurückschaute. Peter kaute. Schluckte. Pulte Fleisch aus der Schale. Kaute. Schluckte. Er brauchte viel Wasser und noch mehr Wein, um den Hummer hinunter zu spülen. Heute schmeckte er nichts.
»Wünschen Sie ein Dessert?«, fragte der Kellner.
»Sehr gern«, sagte Sophie. Sie wählte aus, Peter schloss sich ihr an, ohne mitbekommen zu haben, was sie bestellte.


Ihr Körper, eine knappe Armlänge von ihm entfernt, warm und jung und rosig und gesund. Ihr frischer Geist darin geborgen, strahlte ungefiltert heraus.
Er löffelte etwas Süßes. Penetrant süß. Löffelte es trotzdem auf, weil er dann nicht sprechen musste. Und solange er löffelte, geschah nicht sonst.
Sie bestellten mehr Wein, sie lachte, er fragte nach ihrem Kurs, ob sie schon Entwürfe gemacht hatte und fragte, ob er sie sehen dürfte. Sie zierte sich, lachte wieder, gestand schließlich, wie peinlich ihre Kritzeleien waren, aber dass er sie vielleicht sehen konnte. Wenn sie sich ein wenig besser kannten.


Sie besser kennen lernen. Das konnte ein Leben dauern, und doch würde sie ein Geheimnis bleiben.
Außer dem Wein stand nichts mehr auf dem Tisch. Bevor der zur Neige ging, musste er das Weite suchen. Wie immer. Ganz lässig zum Telefonieren in die Eingangshalle schlendern. Dort Zigaretten herauskramen, die er nie rauchte, und dann in der Unterschicht verschwinden.
Diese Frau konnte er nicht mit der Rechnung sitzenlassen, auch wenn sie die locker würde bezahlen können. Denn dann brauchte er ihr nie wieder unter die Augen treten, unter diese Augen, von denen er doch gesehen werden wollte.
Peter schwitzte, das Weinglas zitterte in der Hand. Er stellte es ab. Öffnete einen Hemdknopf, rutschte herum. Er musste aufhören damit. Stillsitzen, das Ding durchziehen. Und hoffen, dass sie sich nie wieder sahen. Er hatte sich verzockt. In Spiel und in der Liebe.
Sophie nahm seine Hand. Peter hielt die Luft an.
»Peter, was ist los?«, fragte sie.
»Nichts, alles bestens.«
»Peter?«
»Ja.«
»Du wirst nicht verschwinden und mir die Rechnung überlassen.«
»Was? Wie kommst du darauf?«
»Ich kann sie nicht bezahlen.«
»Du bist doch eingeladen, ganz klar. Wie es sich gehört.«
Peter wollte seine Hand zurückziehen, aber sie hielt erstaunlich kräftig fest. Sie schmunzelte, die Augen funkelten vergnügt. Er konnte nicht lügen. Nicht so! Gleich klackten die Handschellen, ihm war, als spürte er sie schon.
»Sophie, es ist mir -«
»Ich weiß. Komm, wir hauen zusammen ab.«

 

 

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Treibgut, ziellos, sucht ... - Gedanken

 

Ich treibe durch ein eisiges Meer.

Manche nennen es Weltstadt mit Herz.

 

Auf den Straßen wogt ein Strom namenloser Wellen.

Er reißt mich mit.


Preisschilder baumeln allenthalben, zum Greifen alles nah.

 

Das gute Gefühl, schick gekleidet zu sein, zum Greifen nah der Glamour teuren Schmucks und edler Düfte, der Fußmassagen und Boutiquen. Golden schimmerndes Blech und billige Stoffe mit glatten Oberflächen für alle, die nur so tun als ob.

 

Zum Greifen nah der Anzug, passend zum anvisierten Erfolg, der Hut, der dich zum Individualisten macht, das Tattoo, das Bedeutung auf die blasse Haut bannt. Markenlogos als moderne Form der Kastenzugehörigkeit.

 

Schokolade, Kaffee, tausende Gewürze, Räucherstäbchen und Gesundheitsschuhe.

 

Wein vom Neckar und aus Australien (die Reben von Kängurus in die Beutel gelesen und mit kräftigen Sprüngen die Maische zerstampft?), Rind aus Argentinien. Ein pekinesischer Hund kläfft aus einem Täschchen.

 

Alles da, jedes Bedürfnis zu stillen, jeder Fantasie flüchtig Substanz zu verleihen.

 

Alles so nah.

 

Das Paradies auf Erden, in dem die wichtigeste Frage heißt: Wann kaufe ich dies, wohin fliege ich dann und hilft diese Creme gegen die Orangenhaut?

 

Ich schwimme dazwischen, vom Sog gezerrt, sehe Auslagen funkeln, rieche gebrannte Mandeln und Make-up-Duft. Nichts zieht mich an, nichts lädt mich ein. Haltlos treibe ich weiter.

 

Das Meer schimmert mancherorts bunt.

 

Hand in Hand schlendern zwei Männer vorüber, ins Gespräch über Maßanzüge vertieft. Eine Großfamilie, die Frauen verschleiert, rückt hinterm Rathaus Stühle zum Sitzen in einen Kreis, lässt eine Lücke für das Mädchen im Rollstuhl.

 

Ein Vater trägt sein Baby im Tragegürtel vor der Brust. Es hat die Händchen im Schlaf zu winzigen Fäusten gerollt, den Kopf am Herzschlag des Vaters geborgen.

 

In orangenen Pluderhosen und mit rasiertem Kopf dreht sich ein Asiate im Kreis. Er filmt das Panorama, bevor er mit fliegenden Kugeln zu jonglieren beginnt. Seine blonde Partnerin und das Kind schauen ihm zu, löffeln italienisches Eis.

 

In der Fußgängerzone spielt ein Quartett aus der Mongolei tiefe, vibrierende Klänge auf grobschlächtigen Saiteninstrumenten. Aus einem der hundert Kirchtürme dringt Glockengeläut.

 

Drachenfrüchte und Datteln liegen neben Clementinen und Trauben, ohne wegen ihrer Herkunft verfeindet zu sein.

 

Die Köpfe in die Nacken gelegt, die Hände in Andacht heroben, stehen vereint, dicht an dicht Chinesen, Japaner, Briten und Saudis, Polen und Amerikaner und Potsdamer und filmen den hölzernen Tanz des Glockenspiels am Rathausturm.

 

Stimmen, Kindergeheule, Kollegen vom Straßenbau klopfen Pflastersteine fest. Auf einer Hebebühne fahren zwei Männer zum Fenster im dritten Stock, das sie klackernd reparieren. Autos, Busse, das Bimmeln der Straßenbahn. Und wenn man ganz genau hinfühlt, spürt man das Vibrieren der U-Bahn im Untergrund.

 

Der Wind weht sacht dazu, treibt von der Sonne goldumkränzte Regenwolken über den Bühnenhimmel hin.

 

Rotklee blüht und Disteln.

 

Keinen Moment ist es still in der Stadt, die Brandung reißt nicht ab. Jeden Augenblick bringt die Strömung Neues mit sich und trägt Altes fort.

 

Alles scheint einen Zweck zu haben. Ein Ziel. Als wäre es der Mühe wert, zum Sightseeing in fremde Länder zu reisen, als wäre es notwendig, von Ort zu Ort zu gelangen, dies und jenes käuflich zu erwerben, für einen Moment das Gefühl zu erleben, wie Schokoladeneis auf der Zunge schmilzt.

 

Ich sehe mich um und weiß eines ganz sicher: Ich bin kaputt. Irgendwie.

 

Ich will nichts. Ich weiß nichts.

 

Und ich weiß nicht, warum ich nichts will.

 

Ich wollte Autorin werden, Gärtnerin, Kämpferin, Tänzerin, Mutter. Mutter Teresa und Tiamat. Wollte frei sein und geliebt. Ungebunden, ungezwungen, zwanglos - und dazugehören.

 

Ich kann es nicht. Ich bin kaputt. Irgendwie.

 

Ich passe nicht hinein in diese Welt und passender wird sie nicht, egal wie lange ich warte. Als trennte mit etwas von den Menschen, die mit mir jetzt am Leben sind. Eine Schicht, die weder von innen noch von außen zu durchdringen ist.

 

Ich versuche, mir eigene Gedanken zu machen, einen eigenen Reim auf das Weltgeschehen, statt mich einer meinungsgeeinten Herde anzuschließen. Versuche, mir zu erklären, wie Kriege entstehen, wie sie fortdauern können, sobald alle wissen, wie scheußlich sie sind. Wie Fanatismus, wie Unmenschlichkeit. Warum Menschen, die so verschieden nicht sind, nicht einfach gemeinsam nach der Zukunft fragen.

 

Versuche zu verstehen, warum Vorurteile die einzige Währung sind, die überall gilt. Warum Macht und Ideologie so viel mehr wiegen als das Leben selbst. Mehr wiegen, als die Liebe.

 

Versuche zu verstehen, warum durch Hass und Angst so viele erreichbar sind. Und so wenige abzuwägen bereit. Warum ich kotzen könnte, wenn die einen über die andern schimpfen mit einer Vehemenz, als gälte es grad im Moment ihr Leben.

 

Was mag das alles bedeuten. Warum ist die Welt so, wie sie ist. Und warum machen wir sie nicht besser?

 

Besser.

 

Wie wäre das? Wenn wir selbstloser wären, liebender. Wenn wir gewähren ließen, statt Ansprüche aneinander zu stellen.

 

Doch wer wollte die Regeln festlegen, nach welchen alles geschähe. Oder regelte es sich am Ende von selbst. Und wäre es dann anders als jetzt? Wären wir in der Lage anders zu sein, als wir sind? Sind wir so widerlich, wie wir agieren, oder sind wir das größte Wunder inmitten des unermesslichen Wunders unseres Alls?

 

Gibt es Frieden? Oder ist er nur die Ruhephase, in der sich Groll aufs neue formiert, verdichtet, in der die freundliche Fassade nur die Sicht auf die wüsten Gelüste verstellt - bis der geeignete Auslöser kommt und die hässliche Fratze wieder ins Leben entlässt.

 

Gab es eine Zeit, in der wir Menschen menschlich waren. Menschlicher als jetzt. Ist das, was wir hier leben, mehr als nur ein kurzes Glück?

 

Unser Schutz ist auf Papier geschrieben. Verfassung, Gesetze, Verordnungen.

 

Gegen Feuer verliert Papier.

 

Das Gute, was ist das?

 

Liebe deinen Nächsten, ja. Das klingt hervorragend. Sind wir nicht eine christlich geprägte Nation. Jedenfalls das und auf keinen Fall etwas anderes, falls jemand fragt.

 

Nur, wer ist mein Nächster? Ist es der, den ich zufällig mag, der, mit dem ich verwandt bin. Ist es der, der zufällig neben mir wohnt, ist es der, der anders aussieht und in fremden Zungen spricht? Man kann doch nicht gut zu allen sein, ohne das Fell abgezogen zu bekommen, und im Suppentopf finsterer Räuber zu landen.

 

Wo kämen wir hin, kämen alle zu uns, die weniger haben als zufällig wir.

 

Ist ja nicht unsere Schuld, dass die Bewohner rückständiger Länder ausgebeutet werden, um uns den Luxus des modernen Lebens erschwinglich zu machen. Du hast es nicht befohlen, oder? Ich sicher auch nicht.

 

Leben. Etwas Fragiles. Ein kleiner Funken. Ein kurzes Glimmen nur, das sich um Selbsterhaltung und Fortpflanzung dreht. Ein Glühwürmchen, das Nahrung will und Sex, bevor ihm das Licht ausgeht.

 

Stört es uns, wenn Insekten einander nach dem Akt verspeisen, stört es uns, wenn Löwen fremder Löwen Kinder töten, stört es uns, dass rosige, von ihren Müttern geborene und gestillte Ferkel nur leben, damit wir ihr zerhacktes Fleisch in ihre eigenen Därme stopfen und überm Grill rösten, während wir über Politik und Fernsehserien parlieren?

 

So ist das halt. Die Höhlenmenschen jagten Mammut. Das ist der Lauf der Natur.

 

Spielt es eine Rolle, ob Soldaten Kinder verstümmeln, Frauen vergewaltigen, Männer foltern und niedermetzeln? So war es immer gewesen. Spielt es eine Rolle, ob Herzklappenfehler operiert werden oder Grauer Star. Ob Knochenbrüche gerade verheilen, ja, lohnt es sich überhaupt, ein Pflaster zu holen und übers aufgeschürfte Knie zu kleben?

 

Ich bin kaputt. Etwas ist zerbrochen.

 

Ich habe es klirren gehört.

 

33 Jahre Erdendasein habe ich absolviert.

 

19 davon in einem Elternhaus, das Schizophrenie und Wutausbrüche beherrschten. Damals wusste ich jeden Moment, den ich lebte: Das ist falsch. Das ist nicht die Welt, so konnte, so durfte sie nicht sein. Es musste besser werden, anders möglich sein, miteinander zu leben. Ich glaubte nie an Gott, obwohl ich es versuchte. Aber ich glaubte immer an das Gute im Menschen. An Liebe. Daran, dass Verständnis und Mitgefühl mehr verändern konnten, als Wut.

 

Ich glaubte an ein Leben ohne Brüllen, Schreien, Zwang und Angst, ohne irre Fantasien und gekränkte Ehrgefühle, derentwegen die Einrichtung in Stücke brach.

 

Ohne den tosenden Sturm, der mich um Schlaf und Frieden brachte, der mir den Halt und die Hoffnung entriss, ohne die sich überschlagenden Wellen, die gnadenlosen Wirbel, die mich unversehens in die Tiefe zerrten, ohne die fliegende Gischt, die mir Sicht und Atem nahm.

 

Ich. Ein kleiner Teich, über dem ein Tornado wütet.

 

Ich zog hinaus in die Welt, um anders zu sein.

 

Lebte mein Leben. Auf meine eigene Weise. Suchte friedfertige Menschen, sichere Häfen, Leute, denen am Angriff nichts lag. Ich fand sie, lebte im Stillen, nach meiner Art und in Sicherheit.

 

Glatt wurde die Oberfläche, still mein See. Und leise begannen wieder Vögel zu zwitschern, Sonnenauf- und Untergänge spiegelten sich in ungeahnter Pracht darin. Möglichkeiten, Träume trauten sich mit dem Dunst aufzustehen, tanzten malerische Reigen, schimmerten auf dem Wasser wie pures, von guten Feen gestreutes Gold.

 

Sogar den Vater lud ich ein, hin und wieder Gast in meinem Leben zu sein. Er wurde ein besserer Opa, als er ein Vater war, weil wir einander mit dem Sonntagsgesicht trafen.

 

Ja, Liebe. Zusammenhalt. Das gab es, es war möglich, ich habe es selbst erlebt in der Welt, die ich um mich schuf.

 

Immer war ich froh darum, in dieser Zeit zu leben, Bürgerin dieses Landes zu sein. In Sicherheit. Froh, mich nicht erleben zu müssen, wie ich in faschistischen Zeiten mich hierhin oder dorthin gewandt haben mochte. Wer wüsste es schon, außer im Nachhinein.

 

Doch je mehr ich sah und sehe, je mehr ich hörte, je mehr ich las von der Welt, desto spröder wurde die schimmernde Fläche, die Oberfläche auf meinem stillen Teich.

 

Bis sie brach.

 

Unter der Last von Blut, von Hass und Gräuel und Folter, von Hetzparolen, gleich welcher Couleur, von Schubladendenken, brennenden Asylunterkünften und Rucksackbomben.

 

Knack.

 

Kaputt.

 

Und jetzt sehe ich, was das war, das da so spiegelte, was mich trennte. Diese glänzende, glatte Schicht auf dem glatten See.

 

Eis.

 

Auf dem See war`s gefroren.

 

Lange schon. Zu meinem eigenen Schutz. Besser die Kälte von draußen drang nur bis dorthin.

 

Schätze, es rutschte öfter jemand darauf aus.

 

Ich bin kaputt und wund und allein.

 

Eine eisige Welle im eisigen Meer. Treibe dahin, Millionen andere driften vorbei. Bilder, Stimmen, klackernde Fahrradketten.

 

Was bin ich, was die anderen?

 

Wo treiben wir hin und warum.

 

Fragen, die in den fernen und nahen Wellen vielleicht ebenso lauern, wie in meiner Brust. Wenn sie unter Schichten von Eis womöglich auch halb erfroren sind. Wer weiß.

 

Wer fragt einander schon nach seiner Angst und nach dem blutenden Herzen. Wer fragt nach dem Menschen hinter der Maske.

 

Wer sind wir. Und was machen wir hier eigentlich?

 

Wer hat uns geschaffen, was ist unser Sinn? Wie sollen wir leben und wofür. Loht es sich überhaupt, am Leben zu sein, etwas zu wollen, etwas zu suchen, so, wie wir sind?

 

Extremisten jeder Gattung finden auf diese Fragen radikale Lösungen, die jede weitere Frage verbieten. Ein einfacher Weg. Gut und Böse teilen sich brav in zwei Hälften, Ungewisses dazwischen wird eliminiert. Sie wiegeln einander so lange auf, bis nichts in der Nähe ihrer vernichtenden Kraft zu entkommen vermag.

 

Andere waten im Schlick des Alltags, halten sich mit der Smartphonejagd auf Pokemon und wahllosen Konsum beschäftigt, um den grässlichen Fragen nur nicht ins Gesicht zu schauen. Geraten ohne greifbaren Sinn ins Schlingern, strampeln sich ab, um nicht unterzugehen. Klammern sich an panisch an alles, was in ihre Nähe treibt, ohne zu bemerken, dass nichts davon lange schwimmt.

 

Kaputt. Nackt. Bloß.

 

Das Eis ist gebrochen, der Spiegel kaputt. Alle Fragen sind offen.

 

Kein rettender Wahn, kein Idealismus, keine Zauberformel in Sicht. Kein Gott, nicht für mich.

 

Die Welt, wie sie ist.

 

Zerbrechliches Leben, das sich beständig neu erschafft. Ausgestattet mit einem Empfinden für Leid und Angst - und der nie sterbenden Niedertracht, beides gnadenlos dem Nächsten anzutun. Für Macht.

 

Der Schmerz reicht tief in das kalte Wasser.

 

Weit unten, tief drin, da lebt etwas noch.

 

Da lebt der Mensch, der einfach Mensch ist. Der sucht und nicht findet. Der beim Erklären merkt, wie wenig er selbst versteht, der bedrängt von tausend Gesichtern, Geschichten, Gütern alleine bleibt. Der sich Zugehörigkeit und Nähe wünscht. Ein schützendes Zuhause. Für den Körper, für die Seele und für die Kinder, die nach ihm sind.

 

Mensch, was bist du für ein Tier, dass du den Verstand hast zu fragen, und kaum das Herz, die Antwort zu ertragen?

 

Eine winzige Welle im weiten Ozean des Lebens, die aufzüngelt und zurückfällt, ohne je zu begreifen, warum.

 

Wäre es nicht möglich, das Hassen zu lassen und einander das bisschen Leben zu gönnen, diesen winzigen Funken, der uns geschenkt ist. Und es dankbar zu genießen? Einfach nur so?

 

Wir sind nur winzige Tropfen, egal, wie viel Leid wir ertragen, egal wie viel wir Leid wir bringen, egal was wir besitzen und was wir entbehren. Es spielt keine Rolle. Das Meer nimmt uns zurück.

 

Leben ist einfach Leben.

 

Und ich wünschte, ich könnte wieder hoffen, dass in jedem Menschen ein Fünkchen Liebe wohnt.

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Geschichten-Magie Teil I - Textbeitrag

Eigentlich wusste ich immer, dass ich Geschichten erzählen will - sie kamen schließlich zu mir und es fühlte sich richtig an, sie niederzuschreiben. Aber manchmal kommen mir noch immer Zweifel, ob es nicht besser wäre, fest in der Realität zu leben. Ob ich nicht flüchte, wenn ich schreibe und ob lesen nicht auch eine Flucht ist, eine Möglichkeit zu träumen, statt sich den Dingen zu stellen, wie sie sind.


Mit solchen Argumenten kann man sich brav im Funktionieren halten. Kein Problem. Aber ohne Geschichten zu erzählen, ohne welche zu hören oder zu lesen, ist die ganze Realität für die Katz. Warum?

 

Genau das habe ich für mich ergründet und ich teile es gerne mit euch.

 

Im ersten Teil gebe ich einen Überblick über die Vielschichtigkeit des Lebens und die damit verbundenen Geschichten. Weitere Teile folgen und sollen in eine Beschreibung meiner persönlichen Herangehensweise beim Geschichtenerzählen münden.

 

Also viel Spaß auf der Entdeckungsreise!

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Nach der Veröffentlichung ist vor der Veröffentlichung

 

 

Hat hier jemand was von besinnlicher Adventszeit gesagt? Ich habe jedenfalls fleißig die Grafik-Keule geschwungen und mal eben ein Lesezeichen designt. Schließlich sollen viele, viele Leser von Rosina und der Fee erfahren. Heute habe ich die fertigen Druckwerke abgeholt und bin total glücklich damit.

Jetzt muss sie nur noch jemand unters Volk bringen. Schätze, das werde dann wohl ich sein ...

 

 Aber es gibt noch mehr News!


"Scheinschön"

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Geheimnisblind, die zweite

Das ist mal eine gute Nachricht, die mich mittem im Bayerischen Wald beim Urlauben überrascht!

 

Zeit, ein Fläschchen Wein zu köpfen ...

 

 


Neuauflage mit modernisiertem Coverbild!

 

Nicht mehr lange, dann wird geheimnisblind im neuen Gewand erhältlich sein.

 

Der Inhalt hat sich nicht verändert, doch weil der erste Eindruck zählt und das Cover im Online-Handel gerade im Briefmarkenformat seine Wirkung entfalten soll, habe ich mich für ein Make-over entschieden.

 

Was meint ihr?


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Geistersommer - eine Kurzgeschichte

Im Sommer, als ich fünfzehn war, lebte ich beinahe unsichtbar unterm Dach. Die Hitze staute sich zwischen den schrägen Wänden, durch die offenen Dachfenster strömte die von den Ziegeln aufgeheizte Luft.

 

Es war der Sommer, in dem meine Mutter mehr Geister sah, als sonst. Überall entdeckte sie Spuren unheimlicher Begebenheiten: Im Treppenhaus tauchte Moos auf, in der Telefonleitung ein Knacken, im Auto Abhörwanzen.


 Von Geistergespinsten umgeben vergaß sie das Backpulver für den Kuchenteig und kochte die Nudeln ohne Salz. Als die Kaffeelöffel verschwanden, musste ich sie im Garten vergraben haben, ganz sicher. Sie hatte mir die Mutterschaft gekündigt.

 

Die tattrige Tante des Vaters huschte tagsüber mit wehendem Nachtgewand durchs Haus, verschüttete den Inhalt des Nachttopfs auf der Treppe oder schlich zu den Hühnern, mit denen sie über Dinge sprach, die nur das Federvieh verstand.

 

Der Vater bemühte sich, dem Spuk Einhalt zu gebieten. Er vertrieb alle Geister mit Gebrüll.

 

Im Juni bekam er zum Geburtstag ein Magengeschwür.

 

Ich übte mich in der Kunst des Unsichtbarmachens. So lange ich unsichtbar blieb, meine Probleme selbst löste und niemandes Ansichten infrage stellte, ging es mir gut.

 

Die Schule meisterte ich von Klasse zu Klasse, indem ich den Arm unten behielt und möglichst selten aufsah. Nur im Sport half mir das nichts: Am Ende merkte die Lehrerin immer, dass ich in keine Mannschaft gewählt worden war.

 

Nachmittags stob ich mit dem Fahrrad davon. Mais-Äcker und Wiesen flogen vorbei, Waldflecken und trockene Gräben. Staub und Kiesel spritzten auf, Fliegen klatschten mir ins Gesicht. Wenn die Beine zitterten, sprang ich ab, schob das Rad quer über Weizenstoppel, suchte einen kühlen Platz am Waldrand.

 

Manchmal kam Max mit, der Hund.

 

Die Geister blieben zuhause.

 

Dort, wo mich niemand hörte, niemand sah, dort, wo die Autobahn wie Meeresrauschen klang, von Weitem die Schlote der Fabrik herüberschauten, fand mich das Gefühl, nicht allein zu sein.

 

Draußen kamen tausend Geschichten zu mir, von Hoffnung und Trauer und Liebe. Ich sah und erlebte so vieles, und es nahm mich mit.

 

Wenn er dabei war, erzählte ich Max, dem Hund, was geschah. Er grub derweil nach Mäusen.

 

Zum Abendessen kam ich nachhause, machte mich kurz sichtbar, damit es keinen Ärger gab, aß still und schnell. Dann huschte ich unters Dach in mein Zimmer.

 

Unter mir dröhnten die Stimmen der Eltern, wenn sie zu Bett gingen. Während die Mutter Geister beschrieb, die der Vater brüllend verscheuchte, lag ich wach und versuchte zu lesen. Mädchengeschichten von Ponyhöfen, „Ein Herz für Tiere“. Manchmal weinte ich auch.

 

Gelegentlich aber flogen die Geister aus. Die Tante des Vaters zum Blaubeerenpflücken, die Eltern aufs Feld. Das war meine Gelegenheit, zuhause zu sein.

 

Eines Tages tappte ich in die Küche, die zugleich das Wohn- und Arbeitszimmer war. Im oberen Schreibtischfach roch es nach Leder und Bleistiftminen, im unteren Fach nach altem Papier.

 

Ich zog Fototaschen mit vergilbten Abzügen heraus. Darauf undeutlich Leute, die ich nicht kannte. Lehrbücher über Landwirtschaft und alte Unterlagen. Der Rechenschieber meines Vaters, den ich nie verstand.

 

Aber hinter all dem, an der Rückwand des Schreibtisches lag ein Schatz. Ein Stapel Bücher.

 

Das Taschenbuch mit dem roten Einband zog mich an. Die Seiten schon mehr braun als beige, der Buchdeckel zerschunden. Auf dem Bild eine selbstbewusste Frau mit Sonnenbrille, an ein Auto gelehnt, dahinter Wüste. „Schatten auf dem Weg.“ Ein Krimi.

 

Eilig verstaute ich alles, schloss den Schreibtisch und machte mich mit dem roten Buch unsichtbar. Ich las es in einer Nacht.

 

Im Morgengrauen wusste ich es: Ich wollte schreiben, musste schreiben. Jetzt, wo ich ahnte, dass mehr möglich war, als Mädchengeschichten von Ponyhöfen. Dass düstere Geschichten, Tod und Verzweiflung und verrückte Ideen zwischen Buchdeckel gedruckt wurden. Wie sollte ich keine Geschichten schreiben - sie retteten mir so lang schon das Leben.

 

In der Hitze des Sommers, die sich unter dem Dach staute, nahm ich den Deckel von Vaters alter Schreibmaschine. Ich spannte Papier ein und klopfte mit zwei Fingern auf die Tasten, dass die Typen sprangen. Es klackerte, klingelte, ratschte und mir taten die Finger weh.

 

Ich hätte die elektrische Maschine benutzen können, die ich für den Textverarbeitungsunterricht bekommen hatte, doch der Geist der Mechanik behagte mir mehr.

 

Aufs Papier flog eine Geschichte, die im heißen Dschungel Südamerikas spielte, zur Zeit der spanischen Eroberung. Eine Geschichte von Blutopfern, Ungerechtigkeit und Verrat. Drei Seiten nur. Oder fünf. Ein paar Stunden Flucht für mich. Und das Glück, der Fantasie eine Form zu verleihen, die mich so reich beschenkte. Ich war es ihr schuldig und ich liebte sie.

 

Das sichtbare Ergebnis hatte auch einen praktischen Nutzen: Als der Textverarbeitungslehrer auftrug, irgendetwas eine Seite lang abzutippen, gab ich ihm einfach ein Blatt aus der Geschichte. Wenn es um Hausaufgaben ging, tat ich gewöhnlich auch, als wäre ich nicht da.

 

Der Lehrer, markierte Tippfehler, fragte mich beim Zurückgeben, ob ich das selbst geschrieben hätte. Ich nickte. Er lobte mich dafür.

 

Ich war erleichtert, dass er meinen eigenen Text als Hausaufgabe akzeptierte. Doch für einen winzigen Moment freute ich mich auch, nicht ganz unsichtbar zu sein.

 

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Rosina und die Fee - veröffentlicht!

 

 

 

Nach vielen Korrektur-Durchläufen, einem Formatierungsmarathon und viel Design-Geklicke ist es geschafft: der finale Freigabebutton ist gedrückt.

 

 


Nach vielen Korrektur-Durchläufen, einem Formatierungsmarathon und viel Design-Geklicke ist es geschafft: der finale Freigabebutton ist gedrückt.

 

Sowohl die Printausgabe über BoD als auch das eBook über die Tolino-Vertriebspartner und Amazon werden in den nächsten Tagen in allen Online-Shops des Landes erhältlich sein.

 

Vielleicht sucht ihr noch ein Weihnachtsgeschenk?

 

Nähere Infos und Leseproben unter Rosina und die Fee!

 

Ich bin jedenfalls sehr glücklich, dass es geschafft ist und freue mich über neugierige Leser!

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Guten Morgen, München!

Die Isar erwacht, umhüllt vom Nebel. Aus dem Dunkel dringt das Knirschen rascher Schritte, ein einsamer Jogger läuft ins Licht. Fahrradscheinwerfer tasten durchs Gestrüpp, die Brückenbeleuchtung leiht dem Dunst ihr gelbes Licht.

 

Auf den Straßen die ersten Autos, Fußgänger sind unterwegs. Einzeln, schweigend.

Der Morgen in der Stadt hat einen besonderen Zauber.

 

 


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Rosina fast flügge!

Der letzte große Korrektur-Durchlauf ist geschafft. Jetzt liegt der Text nochmal für ca zwei Wochen, in denen mein Gedächtnis das meiste vergisst, und dann kommt die letzte Runde.

 

Ich bin schon sehr gespannt, wie euch meine neue Geschichte gefällt!

 

 


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Wir brauchen eine Leitkultur?

Mal ehrlich - brauchen wir eine Leitkultur?

 

Und wenn ja - welchem Hammel sollen wir folgen?


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Fensterln für Profis!

Manchmal ist es wirklich ein Graus mit der Arbeit - allein das Zuschauen!

Live aus dem beschaulichen Untergiesing berichtet ...


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Lese-Häppchen gehen online

Die Autorin ist auf der Suche nach einer geeigneten Ausdrucksform - die Website ist im Wandel.

 

Für superkurze Texte und Geistesblitze gibt es nun die Kategorie "Lese-Häppchen" online.

 

Wohl bekomms!

 


Manche Ideen sind zwar spitze - aber für eine Geschichte viel zu klein.

 

Diese Geistesblitze möchte ich künfig im Micro-Format zu Papier bringen und unter der neuen Rubrik sowie in meinem Facebook-Profil online kredenzen.

 

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So schlimm, alles so schlimm!

Der Weltuntergang naht, das Abendland in Schutt und Asche -

 

da wird man doch mal jammern dürfen!

 

 


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Das zweite Gesicht für Rosina

 

 

So, neues Cover, neues Glück!

 

 


Irgendwie war ich mit dem vorherigen Ergebnis noch nicht zufrieden. Es ging zwar schon in die richtige Richtung, aber das reicht bekanntermaßen nicht. Das Cover ist schließlich das Gesicht eines Buches.

 

Also habe ich nochmal fleißig Blumen ins Wasser getunkt, geschüttelt und gerührt, ein paar hundert Fotos gemacht und tada: das ist mein Favorit!

 

Mir gefällt es super, jetzt muss nur noch der Inhalt mitspielen... das Überarbeiten gestaltet sich mal wieder zäher als gedacht.

 

Aber eins steht fest: spätestens zu Weihnachten ist das Buch bereit, unter vielen, vielen Tannenbäumen auf Entdecker zu warten.

 

Mehr zu Rosina, der Cover-Entstehung und eine Leseprobe?

Hier entlang!

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Lesung am 6. Oktober in Altomünster

 

Das betreute Wohnen in Altomünster ist erneut unser Gastgeber. Sabine Siebert und ich freuen uns auf eine weitere Lesung dort!

 

 


Nach der schönen Lesung im letzten Jahr freuen wir uns, wieder im Betreuten Wohnen in Altomünster zu lesen.

 

Zu der Lesung herzlich eingeladen sind nicht nur die Bewohner und Bewohnerinnen des Betreuten Wohnens und der neugierige Kater, sondern jeder, der Lust und Zeit hat!

 

Ich freue mich schon sehr auf die Lesung, auch wenn ich vorher sicher wieder unglaublich nervös sein werde ...

 

Und hier die harten Fakten:

 

AWO 
Betreutes Wohnen
Bahnhofstr. 20+22
85250 Altomünster
Beginn: 16:00 Uhr
Der Eintritt ist frei.
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Rosina nimmt Gestalt an!

Hier ein erster Blick auf das -  mögliche - Cover von "Rosina und die Fee". Wenn alles gut geht, wird der kleine Roman bis Ende September, Anfang Oktober am Start sein.

 

 


Natürlich geht es hier um eine Fee, um drei Wünsche und um eine Frau, die eigentlich wunschlos glücklich sein dürfte, aber unglücklich ist.

 

Ein perfektes Zusammentreffen der Umstände? Nicht ganz. Denn die Fee belauert Rosina, nötigt sie, ihr ihre Wünsche zu bringen. 

Rosina ist hin und her gerissen: Soll sie auf einfach Weise ihre Wünsche zu erfüllen versuchen oder laufen, so schnell sie kann?

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